Mit der Nordfriesland ablegen

Urlauber-Blick auf den Fährverkehr zwischen Festland und Inseln - mit Kurzfilm

Nordfriesland 2025 2 1Die Fähre Nordfriesland legt vom Wittdüner Anleger ab. (Foto: Attenhauser)Die Fähren der Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum (W.D.R.) verbinden die nordfriesischen Inseln seit Jahrzehnten. Für mich beginnt mit der Ankunft in Dagebüll Mole und dem Betreten der Fähre der Urlaub. Dann bleibt nach einer oft langen Anreise der Alltag endgültig zurück. Auf dem Oberdeck weht mir der Wind um die Nase und bei etwas Wellengang fühl ich mich zumindest ein klein wenig wie ein echter Seemann. Schön, dass es diese Schiffe gibt. Neben der Nordfriesland fahren die Uthlande, die Norderaue und die Schleswig Holstein auf der Strecke zwischen Dagebüll-Mole, Wyk auf Föhr und dem Hafen Wittdün auf Amrum.

Am Anfang des Inselurlaubs steht ein Hafen. Wer mit dem Zug von Niebüll her kommt sieht das Meer gleich hinter der Durchfahrt des Deichs in Dagebüll Mole. Dann kommt das Warten auf das richtige Schiff. Nach einem Jahr an Land freue ich mich auf das Geräusch der hochfahrenden Bugreling auf dem Autodeck. Auf der alten Nordfriesland gelangen Fußgänger wie Autos über den herabgelassenen Fähranleger auf das Schiff. Selbst der Geruch nach Schiffsdiesel gehört zu diesem Wechsel zwischen Land- und Inselleben.

Die erste Fähre in diesem Teil der Nordsee soll schon im 17. Jahrhundert unterwegs gewesen sein. Der Aufschwung kam sicherlich mit der Gründung der Seebäder in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die W.D.R. gewährleistet den Fährverkehr u.a. nach Amrum und Föhr. Es gibt auch eine Hallig-Linie Richtung Schlüttsiel, Hooge und Langeneß. Zwischen den Inseln fahren zudem die Adler-Schiffe, wie zwischen Sylt und Amrum oder Helgoland, und weitere Anbieter für Ausflugsfahrten mit einem kleineren Schiff, wie es die MS Eilun ist.

Die Nordfriesland hat vom Hafen Wittdün abgelegt. (Film: Attenhauser)

Die W.D.R. hat in den letzten Jahrzehnten einige der alten Fähren, zu denen ich auch die Nordfriesland zähle, durch Doppelendfähren ersetzt, das sind Schiffe, die zumindest in den Augen einer Landratte vorne und hinten gleich aussehen. Die neuen Fähren haben den Vorteil, dass Fußgänger über einen eigenen Zugang das Schiff betreten können – ohne mit der Autoverladung in Kontakt zu kommen. Schön sind die großen Panoramafenster-Fronten auf dem Personendeck, sicher gibt es im Vergleich zu den älteren Fähren auch ökologische Vorteile. Ich mag die alte Nordfriesland sehr gerne, ein Schiff, das seit 30 Jahren auf dem Meer zwischen Amrum und Dagebüll unterwegs ist.

Mögen alle Schiffe der W.D.R. noch lange glückliche Urlauber auf die Inseln bringen – und wieder zurück. Die sichere Rückkehr erscheint selbstverständlich. Doch wer wegen eines Sturms schon mal stundenlang den Wartebereich im Inselhafen erkunden konnte, wer sieht, wie eine 60 oder 70 Meter lange Fähre vor dem Anleger gegen den auf die hohe Schiffsseite drückenden Sturmwind kämpft, der erlebt, dass die Nordsee ebenso schön wie gefährlich schön sein kann.